MEHR BERLIN - Tagesspiegel

MEHR BERLIN – Tagesspiegel
MEHR BERLIN | Christiane Meixner
Hoch auf die Zukunft. Oliver Krebs kam über die Kunst zur Fotografie, das merkt man seinen Motiven an. Obgleich es sich um klassische Street Photography handelt, die vom Zauber ungestellter Momente lebt und – idealerweise – ohne nachträgliche Bearbeitung auskommt, stellt sich bei Krebs nur selten dokumentarische Klarheit ein. Lieber fokussiert er Details, Strukturen oder Spiegelungen, die die konkrete Situation vieldeutig machen. So wie im Fall der Fotografie des Moskauer Fernsehturms, der mit seinen 540 Metern einmal das höchste Bauwerk der Welt war. Wie eine Rakete strebt das kühne Gebäude aus den sechziger Jahren empor, flankiert wird es vom Denkmal für die Eroberer des Weltraums–auch das ein Traum jener technikverliebten Ära, in der die Supermächte um ihre Vorherrschaft im Himmel buhlten. Die Zeit hat an jenen Visionen genagt: Der Fernsehturm hält bloß noch in Europa den Rekord, das sowjetische bemannte Mondprogramm wurde Ende der Sechziger eingestellt. Krebs scheint das Verstaubte jener Ideen wie eine ferne Erinnerung einzufangen.
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ProfiFoto
REZENSION – ProfiFoto
Mit seinen vielschichtigen Bildern, die gleichzeitig subjektiv und konzepturell anmuten, erschließt Oliver Krebs neues Terrain in der Street Photography.
Dabei denkt Krebs – von der Malerei her kommend – das Bild als solches neu. Er ringt um fotografische Bilder jenseits des zentrierten Blickes. Wenn das Motiv das „Signal“ ist, dann interessiert den in Berlin lebenden Fotografen das „Rauschen“, das dieses Signal überlagert. Dadurch scheinen sich seine Fotografien immer wieder selbst aufzulösen, Bildebenen werden ineinander verflochten und der Betrachter wird schließlich zu einer neuen Form der Fotografie geführt.
Oliver Krebs versteht sich als Bilderforscher. Und so ist es schlüssig, dass er seinen Fotografien Textfragmente der großen Entdecker des 19. Jahrhunderts zur Seite stellt, die mit diesen in einen fruchtbaren Dialog über das Suchen und das Sehen eintreten.
Oliver Krebs hat an der Städelschule in Frankfurt bei Per Kirkeby Malerei studiert und als Meisterschüler in der Bildhauerklasse von Georg Herold abgeschlossen. In seiner Fotografie geht er der Frage nach, was ein Bild zum Bild macht und welche Rolle die einzelnen Bildelemente dabei spielen.
www.profifoto.de
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Wo viel Licht ist, ist starker Schatten - Die Zeit

Wo viel Licht ist, ist starker Schatten – Die Zeit
„Wo viel Licht ist, ist starker Schatten“, das wusste bereits Goethe. Und wo wenig Licht und stattdessen tiefschwarzer Schatten ist, wird trotzdem fotografiert. Dies beweist zum Beispiel der Fotograf Oliver Krebs mit seinem Buch „Signal & Rauschen“, das im @kehrerverlag erschienen ist. Meistens wird der Schatten nur als Rauschsignal interpretiert, das die eigentliche Information eines Fotos überlagert. Bei Oliver Krebs rückt hingegen der Schatten selbst in den Fokus – und paradoxerweise auch ins Licht, das zum Fotografieren nötig ist. Diese Beleuchtung darf auch metaphorisch als das Licht der Erkenntnis gedeutet werden, die selbst eine Erfahrung des Dunkels mit sich bringen kann.
Erschienen auf Instagram
Die Fotos erzählen kleine Geschichten über uns und die Welt - rbbKultur

Signal & Rauschen
Die Fotos von Oliver Krebs erzählen kleine Geschichten über uns und die Welt, und doch fehlt uns oft die Sprache, sie wirklich zu entziffern und zu verstehen.
Rezension von Frank Dietschreit
Die Fotos von Oliver Krebs erzählen kleine Geschichten über uns und
die Welt, und doch fehlt uns oft die Sprache, sie wirklich zu
entziffern und zu verstehen.
Eigentlich kommt Oliver Krebs von der Bildenden Kunst: Der jüngst
verstorbene dänische Maler Per Kirkeby und der deutsche Bildhauer Georg
Herold waren seine Lehrer an der Städelschule in Frankfurt am Main und
haben ihn in die Geheimnisse einer zwischen Realität und Abstraktion
angesiedelten Bildersprache eingeweiht. Doch dann entschied sich Oliver
Krebs für die Fotografie und den Film. Er entwarf Image- und
Werbe-Kampagnen, arbeitet bei Kino- und Fernsehproduktionen mit. Jetzt
hat er im Kehrer Verlag einen Fotoband veröffentlicht, der den Titel
„Signal & Rauschen“ trägt.
Was macht ein Bild zu einem Bild?
„Signal & Rauschen“ will sagen: Die Kunst genauso wie die
Wahrnehmung und Deutung der Welt ist höchst subjektiv und selektiv. Wir
nehmen ständig irgendwelche Signale wahr, Zeichen, Realitätspartikel,
an die sich unser Auge heftet und die wir zu einem Bild verdichten, das
uns wiederum hilft, uns zu orientieren, hilft, den Raum, die Situation,
die Umwelt zu erkennen und zu verstehen. Wir fragen uns dabei nie, wie
diese Wahrnehmung eigentlich funktioniert, warum wir einzelnen
Bildelemente sehen und andere einfach ausblenden. Wir fragen uns nie,
was ein Bild zu einem Bild macht und welche Rolle einzelne Bildelemente
spielen.
Aber genau das fragt sich Oliver Krebs bzw. das fragen seine Bilder:
Sie heften sich an die Signale, an die Zeichen – ein hastig vorbei
eilender Mensch in der Einkaufspassage, eine in den Bahnhof einrollende
S-Bahn, klapprige Bauzäune, streunende Hunde, verlassene Tankstellen:
Signale und Zeichen, die dann zu Motiven seiner Fotos werden.
Doch die Signale und Zeichen werden überlagert und gestört von
einem permanenten Rauschen, das uns umgibt, von akustischen und
optischen Störungen, von Lichtreflexen, Schattenbildungen,
Spiegelungen, so dass die Motive, die Krebs fotografisch einzufangen und
zu deuten versucht, nie so recht zu fassen sind und ihm – und so auch
uns, den Betrachtern – oft rätselhaft und geheimnisvoll erscheinen.
Vielleicht könnte man seine oft fremdartig erscheinenden Fotos, die
unsere Realität auf eine recht eigenwillige Art und Weise abbilden, als
einen Diskurs über Bildersprache und als eine Philosophie der
Wahrnehmung beschreiben: als einen Versuch über eine Fotografie, die
stark von der abstrakten Malerei beeinflusst ist der uns zum Schauen und
Staunen und Nachdenken anregen könnte.
Die Zufälligkeit hat Methode
Oliver Krebs zieht – scheinbar ziel- und absichtslos – durch die
Metropolen der Welt, er läuft durch die Straßen von Berlin und Moskau,
Lissabon und Istanbul, Los Angeles und San Francisco, fährt mit dem
Auto und dem Zug durch öde Landschaften und schießt – scheinbar ganz
beiläufig und nebenher – seine Fotos.
Es wirkt, als würde seine Kamera ein Eigenleben führen und sich
quasi selbst auslösen, denn oft sehen wir nur den von Regenpfützen
bedeckten Fußweg oder die im Schatten liegenden Beine eines Menschen,
einen kleinen Teil eines eingeschneiten Autos, den dunklen Rücken eines
Mannes in einer S-Bahn. Oft schaut er durch verschrammte und
beschlagene Fenster oder durch einen Spalt im Rollo oder Vorhang ins
Innere einer Bar, eines Kaufhauses, einer Bahnhofshalle – und sieht nur
die verzerrten Umrisse, die Spiegelungen und Schatten von Menschen und
Gegenständen.
Die Fotos verraten uns nicht, wo und wann sie gemacht wurden und wer
und was eigentlich genau darauf zu sehen ist. Es ist fast immer dunkel,
fast immer Abend oder Nacht, das Licht ist trüb und diffus – und unsere
Gedanken sind es ebenso: Denn wir Betrachter können die Zeichen und
Signale der Bilder, der scheinbar kein Motive einfangen, sondern
scheinbar nur irgendwelche Situationen zufällig in den Blick nehmen,
nicht recht deuten, wir müssen uns unseren eigenen Reim drauf machen,
was wir hier eigentlich sehen und was für eine Geschichte hinter den
Bildern versteckt sein könnte.
Aber alles, was so ziel- und absichtslos und so zufällig daherkommt,
hat natürlich Methode: Erst, wenn wir genauer hinsehen, merken wir,
wie die Fotos unseren Blick lenken und die Deutung des Gezeigten
manipulieren, indem Krebs bei der Bearbeitung und Nachbehandlung der
Fotos optische Akzente setzt, mit Licht und Farbe spielt: Die Tüten,
die ein Mann, von dem wir nur seine dunklen Beine sehen, da nach Hause
trägt, strahlen in kräftigem Blau, als würde im Inneren der Tüten
eine Lampe leuchten oder atomar verstrahlten Müll enthalten.
Der Pullover eines Mannes, der uns den Rücken zuwendet und der von
einem schwarzen Nichts umgehen ist, leuchtet in blutigem diabolischen
Rot. Die Lichtstrahlen, die den Weg eines durch dunkle Gemäuer eilig
hastenden Menschen zerschneiden, wirken wie gefährliche Hindernissen,
die es zu unter Todesgefahr zu bewältigen gilt. Die Haltegriffe in der
ansonsten stockfinsteren S- Bahn leuchten in einem knalligen Gelb und
wirken wie Wegweisen und letzte Hoffnungsschimmer für den einsamen
Mann, der da ganz allein im Wagon steht und sich traurig und zergrübelt
den Kopf hält.
Kleine Geschichten über uns und die Welt
Es gibt zwar ein kleines Vor- und ein kleines Nachwort mit einigen
Hinweisen zu den Absichten und Methoden von Oliver Krebs, aber das
meiste muss man sich als Betrachter doch selbst zusammenreimen.
Auch die Aufteilung in zwei Kapitel ist zwar spannend, aber nicht
wirklich erhellend: Der erste Teil heißt „Signal & Rauschen“, da
stellt Oliver Krebs Zitate aus der Welt der Naturwissenschaft neben
seine Fotos: Alexander von Humboldt spricht über den Entwurf einer
physischen Weltbeschreibung, Charles Darwin über die Entstehung der
Arten, Michael Faraday über Elektrizität, James Clerk Maxwell über
Magnetismus.
Den zweiten Teil nennt er „Golden Record“, damit spielt er auf ein
bizarres Projekt der NASA an, die 115 Bilder ausgewählt und 1977 im
Rahmen der Voyager-Mission ins weite Universum geschickt hat: Auf den
Datenträgern der „Goldenen Platte“, die vielleicht von außerirdischen
Lebewesen gefunden wird, befinden sich Bilder von der Erde und von uns
Menschen, wie wir leben, lieben und arbeiten. Schon die Auswahl dieser
Bilder war schwierig, noch schwieriger wird es für die Aliens wohl
sein, diese Signale und Zeichen bei all dem Rauschen zu erkennen und zu
deuten.
Mit den Fotos von Oliver Krebs ist es ein bisschen wie mit denen der
„Goldenen Platte“: Sie erzählen kleine Geschichten über uns und die
Welt, und doch fehlt uns oft die Sprache, sie wirklich zu entziffern und
zu verstehen.
Frank Dietschreit, kulturradio
www.kulturradio.de
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BOOK TALK #10
Frederik Busch, Oliver Krebs, Thomas Wrede
24. November 2018, 19 Uhr
Kehrer Galerie, Potsdamer Straße 100, 10785 Berlin
Wir laden Sie und Ihre Freunde herzlich zu unseren Book Talks ein.
In regelmäßigen Abständen stellt Klaus Kehrer, gemeinsam mit wechselnden Künstlern, eine Auswahl an Neuerscheinungen vor. Sie haben die Gelegenheit, die Künstler persönlich zu treffen, Einblicke in die unterschiedlichen Projekte zu bekommen und signierte Bücher zu erwerben. Fotografie-Liebhaber, interessierte Sammler, sowie Kunst- und Fotobuch-Neulinge sind sehr willkommen!
Die Gespräche werden auf Deutsch geführt.
November 24, 2018, 7 pm
We cordially invite you and your friends to our book talks.
On a regular basis Klaus Kehrer will introduce a selection of new publications together with changing artists. You will get the chance to meet the artists in person, to get insights into the various projects, and to purchase signed copies. Photography fans, interested collectors, as well as art and photobook newbies are very welcome!
The talks will be held in German
Signal & Rauschen
Signal & Rauschen
Ausstellung und Buchvorstellung | Exhibition and Book Release
C-Print auf Aludibond | 60x40cm und 60x90cm | Entstanden 2014 bis 2018
Galerie Greulich, Frankfurt am Main | 22.11.-28.11.201

Oliver Krebs ist einer der wenigen Vertreter der Street Photography, den man gleichermaßen subjektiv und konzeptuell nennen kann. In Signal & Noise (Signal & Rauschen) manifestiert sich sein Ringen um das fotografische Bild jenseits des zentrierten Blickes. Dabei denkt er – von der Malerei her kommend – das Bild als solches neu. Wenn das Motiv das »Signal« ist, dann interessiert den in Berlin lebenden Fotografen das »Rauschen«, welches dieses Signal überlagert. Seine Bilder scheinen sich immer wieder selbst aufzulösen, Bildebenen werden ineinander verflochten und der Betrachter wird schließlich zu einer neuen Form der Fotografie geführt. Oliver Krebs sucht, ja forscht nach Bildern: So ist es schlüssig, dass er seinen Fotografien Textfragmente der großen Entdecker des 19. Jahrhunderts zur Seite stellt. Ein Dialog, in dem wir viel über unser Suchen und Sehen erfahren können.
Oliver Krebs is one of the few protagonists of street photography who one could describe as being both subjective and conceptual. In Signal & Noise, his struggle for the photographic image beyond the centered view becomes manifest. With his roots in painting, he conceives the image as such from a new perspective. If the motif is the »signal,« then the Berlin based photographer is interested in the »noise« that overlays this signal. Time and again, his images appear to dissolve them selves, pictorial layers become interwoven, and the viewer is ultimately introduced to a new form of photography. Oliver Krebs searches for, indeed researches, images: It is thus only logical that he juxtaposes his photographs with text fragments from the great explorers of the 19 th century. A dialog from which we can learn a great deal about our own searching and seeing.
Paris Photo | Book signing
Paris Photo | Book signing
JEUDI 8 NOV | 14H
Oliver Krebs, Signal & Noise, KEHRER, SE6
Looking forward to see you.
Signal & Noise

Signal & Noise
Veröffentlicht im | published by Kehrer Verlag Heidelberg, 2019
24 x 22 cm, 96 Seiten | pages 70 Farbabbildungen | color illustration
Herausgegeben von | Edited by Andreas Greulich
The world is outside but inside warm
inside informal outside stormy inside normalOutside Inside, The Streets | Mike Skinner
Oliver Krebs ist einer der wenigen Vertreter der Street Photography, den man gleichermaßen subjektiv und konzeptuell nennen kann. In Signal & Noise (Signal & Rauschen) manifestiert sich sein Ringen um das fotografische Bild jenseits des zentrierten Blickes. Dabei denkt er – von der Malerei her kommend – das Bild als solches neu. Wenn das Motiv das »Signal« ist, dann interessiert den in Berlin lebenden Fotografen das »Rauschen«, welches dieses Signal überlagert. Seine Bilder scheinen sich immer wieder selbst aufzulösen, Bildebenen werden ineinander verflochten und der Betrachter wird schließlich zu einer neuen Form der Fotografie geführt. Oliver Krebs sucht, ja forscht nach Bildern: So ist es schlüssig, dass er seinen Fotografien Textfragmente der großen Entdecker des 19. Jahrhunderts zur Seite stellt. Ein Dialog, in dem wir viel über unser Suchen und Sehen erfahren können.
Oliver Krebs is one of the few protagonists of street photography who one could describe as being both subjective and conceptual. In Signal & Noise, his struggle for the photographic image beyond the centered view becomes manifest. With his roots in painting, he conceives the image as such from a new perspective. If the motif is the »signal,« then the Berlin based photographer is interested in the »noise« that overlays this signal. Time and again, his images appear to dissolve them selves, pictorial layers become interwoven, and the viewer is ultimately introduced to a new form of photography. Oliver Krebs searches for, indeed researches, images: It is thus only logical that he juxtaposes his photographs with text fragments from the great explorers of the 19 th century. A dialog from which we can learn a great deal about our own searching and seeing.
Golden Record
Golden Record
Galerie Loris, Berlin
C-Prints auf Aludibond | ca. 40x60cm und 60x90cm
Entstanden zwischen 2014 und 2016
29.10.–19.11.2016
Wie Wir auf die Dinge schauen zeigt uns selbst!
Oliver Krebs entwickelt eine Bildsprache die sich bewusst zwischen dem „klassischen“ Fotografischen Blick und dem metamorphotischen Wesen der Malerei bewegt. Der scheinbar spontane flüchtige Aspekt des fotografischen Bildes, drängt dabei auf die Entdeckung von Qualitäten, die dem Medium innewohnen. Qualitäten, welche die Fotografie notwendigerweise von anderen künstlerischen Bildmedien unterscheidet.
Die Suche nach Kriterien, die bei der Herstellung und Auswahl von Fotografien an Relevanz gewinnt, hat meinen Blick auf eine absurd anmutendes Projekt gelenkt. 1976, hat die NASA eine Kommission gebildet um 115 Bilder zu finden, die als Datensatz auf eine goldene Platte geprägt, auf die Reise durch das Weltall hin zu extraterrestrische Intelligenz geschickt werden sollen.
Die Idee, die gesamte Menschheit, unseren Planeten Erde, in seiner Vielfalt irgendwo und irgendwann in Raum und Zeit einer, wie auch immer gearteten, Intelligenz vorzustellen ist grandios absurd. Das Selbstverständnis sich zu erklären ist aber sehr menschlich und liebenswert.
Eine Fotografie deren Selbstverständlichkeit ins Abstrakte mündet, und dabei etwas Kulissenhaftes bekommt?
How we look at things shows what we are!
Oliver Krebs developed a photography which deliberately moves between the “classical” photographic angle and a painterly context. – with its metamorphoses. In particular the documentary character of the spontaneous, fleeting aspect of the photographic image encourages to try to discover the qualities that are innate to this medium, qualities that necessarily distinguish photography from the other artistic visual media.
The search for criteria by which to judge images, which is becoming increasingly relevant in their production and selection, brought to my attention a seemingly absurd project. In 1976 NASA set up a committee to choose 115 images that would be encoded as a dataset on a golden phonograph record and then sent on a journey through outer space to communicate with potential extra-terrestrial intelligence.
The idea of portraying the whole of humankind living on our planet Earth in all its diversity to some form of intelligence that would receive this information at some distant point in space and time is gloriously absurd. But our need to explain ourselves to others is all too human and endearing.
A photography that in its directness leads to abstraction. These are images that struggle to be matter-of-fact and thereby take on something of the stage setting.
Oktober 29, 2016
Orte zwischen den Welten
European Month of Photography 2016
Galerie Loris, Berlin
1.10.–22.10.2016
C-Print auf Aludibond | 60×90 cm und 40x60cm
Orte zwischen den Welten
Im Rahmen des European Month of Photography Berlin 2016 zeigen Andy Heller, Oliver Krebs und Jan Lemitz Fotografien. Sie blicken in das „Dazwischen“, dabei umkreisen sie Orte zwischen den Welten: Ihnen gelingt ein überraschend intimer Blick auf die Fragmentierungen, die unsere Zeit bestimmen.
Andy Heller sucht und findet in Ostersbaum Konstellationen einer städtischen Landschaft, deren Entstehung dem Zufall zu verdanken ist. Gleichzeitig ist nichts ungeplant, kein Millimeter in der verschachtelten Architektur verschwendet. So sind die Bilder Momentaufnahmen einer temporären Besiedlung des Dazwischen. Oliver Krebs zeigt Bilder einer globalen Textur, in der Menschen ihre Nischen erfinden, Widersprüchlichkeiten überwinden und dennoch im Ornament aufgehen. Für den Fotografen kommen die Bilder aus „dem Hinterland unseres Selbst“. Mit The Registration Machine erweitert Jan Lemitz das Ensemble um eine zeitliche Ebene. Ereignisse, die mit dem Bau des Eurotunnels in Calais in Verbindung stehen, haben ihre Spuren hinterlassen. Bilder verdichten sich zu Geschichten und einem kleinsten gemeinsamen Vielfachen, das es nun zu entziffern gilt.
Locations between the Spheres
The photographs of Andy Heller, Oliver Krebs and Jan Lemitz peer into the ‘in-between’, exploring places between worlds and offering a surprisingly intimate view of the fragmentations that characterize our time. In Ostersbaum, Andy Heller searches for and finds constellations of an urban landscape that came about as the result of chance. At the same time, nothing is unplanned, not a single millimetre wasted in the convoluted architecture, so the pictures are snapshots of a temporary settlement of the in-between. Oliver Krebs presents globally textured images in which people invent their niches, overcome contradictions and nonetheless merge into ornament. According to the photographer, the images come from the ‘hinterland of the self’. With The Registration Machine, Jan Lemitz adds a temporal plane to the ensemble. Events connected to the construction of the Eurotunnel in Calais have left their traces. Images condense into stories and a smallest common multiplicity that must now be deciphered.

Den Kompromiss mit der Wirklichkeit muss ich erst noch finden
Den Kompromiss mit der Wirklichkeit muss ich erst noch finden
EIKON Schaufenster | Electric Avenue | quartier21/MQ, Museumsplatz 1 | 1070 Wien
29.10.–19.11.2016
EIKON und LORIS, die Berliner Produzentengalerie mit den methodischen Schnittstellen Fotografie, Video und Installation, kooperieren anlässlich des diesjährigen Europäischen Monats der Fotografie. So gelangen mit EIKON zwei junge österreichische Fotokünstler in die Räume der Galerie in Berlin, und die KünstlerInnen von LORIS werden ihre Arbeiten im EIKON Schaufenster präsentieren. Die Ausstellung in Wien orientiert sich dabei an dem Berliner Thema zum Monat der Fotografie „Umbrüche und Utopien – das andere Europa“ und ermöglicht somit einen Blick auf die deutsche Hauptstadt.
Für die KünstlerInnen stellen „Umbrüche und Utopien“ kein rein gegenwärtiges, sondern vielmehr ein sich durch die Zeiten ziehendes Phänomen dar. Dies formuliert auch der Ausstellungstitel Den Kompromiss mit der Wirklichkeit muss ich erst noch finden: Ist es möglich, dass ein Umbruch jemals abgeschlossen ist, oder folgt nicht vielmehr aus dem Prinzip des gesellschaft – lichen Fortschritts, dass jeder Umbruch eine neue Utopie begründet, im Sinne von: nach dem Wandel ist vor dem Wandel?
Die Arbeiten befassen sich konkret mit Systemumbrüchen, die in der inter nationalen Städteplanung sichtbar werden, mit dem „Coming of Age“, dem persönlichen Umbruch in der Biographie eines jeden Menschen, sowie mit Fragen nach Original und Abbild, die in Form von performativen Versuchen die utopische Idee eines „Ganzen“ dekonstruieren.
Gruppenausstellung MdF 2014, Wien: Den Kompromiss mit der Wirklichkeit muss ich erst noch finden
The artists from Galerie Loris believe that “Upheavals and Utopias,” far from being purely contemporary phenomena, are pervasive in history. The title of their exhibition, The compromise with reality is something I still need to find, frames a similar idea: Can a process of profound change ever reach a conclusion? Might not the principle of social progress imply that every upheaval begets a new utopia—that after the transition is before the transition?
The works examine concrete instances of systemic change as manifest in international urban planning as well as the “coming of age” as a phase of profound change in the individual biography, and address questions of originality and derivativeness in performative experiments that deconstruct the utopian idea of an “integral whole.”
participating artists:
Sophie Aigner, Ulrike Hannemann, Andy Heller, Ruth Hommelsheim, Ulrike Kolb, Oliver Krebs, Julia Müller, Nina Wiesnagrotzki
EIKON Schaufenster: The compromise with reality is something I still need to find
When: November 14, 2014–February 13, 2015, daily 10am–10 pm
Opening: November 13, 2014, 7 pm
Where: EIKON Schaufenster , Electric Avenue, quartier21/MQ, Museumsplatz 1, 1070 Wien
Fotografien | 2009 - 2016

Fotografien | 2009 – 2016
Katalog mit 37 Abbildungen | Texte Andreas Schlägel und Oliver Krebs
42 Seiten, 21 x 24,5 cm | Klebebindung
Bilder aus dem Hinterland unseres Selbst
Die Fotografien von Oliver Krebs dokumentieren fiktive Momente in einer alltäglichen Realität, seine Schnappschüsse halten gefundene Momente fest, die dennoch sorgfältig inszeniert sind. Nicht um im Bild theatralisch überhöht oder monumentalisiert zu werden, und noch weniger um Authentizität zu behaupten.
Für den Fotografen bilden sie „ein Hinterland unseres Selbst. Gestaltung rückt in weite Ferne. Was bleibt ist eine nüchterne Direktheit.“
Die Menschen, die hier auftauchen, sind kaum erkennbar, lediglich halb anwesend. Sie halten sich fast immer an Orten des Übergangs auf, die kaum je genauer benannt werden können, anonym wirkende Transiträume. In einer Bildsprache die sich aus architektonischen Details speist, werden Passanten, Spiegelungen, Schatten, Licht, durch Sichtachsen zusammengeführt und zu einander in Beziehung gesetzt, wenn auch nur für einen Moment, im Auge des Betrachters und im Bild des Fotografen. Silhouetten hinter schmutzigen Scheiben, Schatten pflanzlichen Wildwuchses, das Spiel des Lichts auf einer geknautschten Baufolie oder auf Platten, die als Verkleidung eines Gebäudes dienen, und deren Fugen ein nicht ganz regelmässiges Raster erzeugen, sind diese Aufnahmen von beinahe provozierender Beiläufigkeit. Aber in derartigen Kombinationen lässt sich bei aller Banalität eine subjektive Wahrnehmung nachvollziehen, die an einer malerischen Auseinandersetzung mit der visuellen Umgebung geschult ist. Wie in der Sicht durch eine Gardine auf eine Rakete: unterschiedliche und gegensätzliche Ebenen bindet der Künstler in seine Bilder ein, und verbindet zufällige und konstruierte Ereignisse zu komplexen Bildkompositionen. In diesen zeichnen sich Themenfelder ab, die Entgrenzung und Subjektivität anhand dem Wechselspiel von physischen und symbolischen Grenzen im zeitgenössischen urbanen Raum thematisieren.
Andreas Schlägel
Images from the outback of our self
The photographs by Oliver Krebs document fictional moments in an everyday reality; his snapshots capture found moments which are carefully staged. This is not for them to become theatrically elevated or monumentalized, much less to claim for authenticity.
For the photographer they form a “outback of our self. Leaving design behind. What remains is some sober directness”.
The people appearing here are difficult to discern, are only halfway present. Almost always they occupy anonymous-seeming transit spaces which for the most part defy more precise definition. In a visual language informed by architectural detail, passers- by, reflections, shadows, and light are brought together by visual axes, and are set in relation to one another, if only for one moment, in the eye of the beholder, and in the image by the photographer. Exposures of silhouettes behind dirty window, of shadows cast by proliferating vegetation, of the play of light on crumpled plastic sheetingor siding panels with the gaps in between creating an ever so slightly irregular grid pattern, are of near provocative casualness.Yet within combinations of such type, and notwithstanding any utter banality about them, a subjective perception can be reconstructed which is trained by a painterly examination of the visual environment. As is the case with the view through a
drape onto a rocket: the artist incorporates different and opposing planes into his pictures and combines both arbitrary and constructed events into complex visual compositions. Therein thematic fields emerge exploring dissolution and subjectivity by way of the interplay of physical and symbolic boundaries within contemporary urban space.
Andreas Schlägel
TOWARD THE unKNOWN
TOWARD THE unKNOWN
Galerie b2_ Leipzig, Spinnereistrasse 7, Gebäude 20 | C-Print Aludibond | 60x90cm | 2015
27.2. – 19.3. 2016
English translation | Toward the unknown
Mit der Ausstellung 12 ISSUES | TOWARD THE unKNOWN findet in der Galerie b2_ eine Gastausstellung mit der Galerie Loris aus Berlin statt.
Loris ist ein Projekt von derzeit zwölf KünstlerInnen aus Berlin, mit einem Galerieraum in der Potsdamer Straße, dessen programmatischer Schwerpunkt seit 2007 Fotografie, Video und Installation ist. Diese Medien bilden die methodischen Schnittstellen der an Loris beteiligten KünstlerInnen. Themen wie Urbanität und Natürlichkeit, Identitätskonstruktionen versus kollektiver Gesellschaftskörper, Gedächtnisprozesse und Wissensspeicher bezeugen eine inhaltliche Vielfalt. Bei aller Heterogenität der Ansätze verbindet sie der Versuch, mit den Mitteln der Kunst die erfahrbare Realität kritisch einzufangen, zu transformieren und darüber hinaus an den Rändern der jeweiligen Medien zu experimentieren. Mit Loris ist so eine Plattform entstanden, die es KünstlerInnen gestattet, frei zu agieren und an visuellen, aber auch an gesellschaftlichen, politischen und sozialen Ausformungen künstlerischer Fragestellungen zu arbeiten.
Gruppenausstellung mit Arbeiten von Sophie Aigner, Oliver Dignal, Paulina Gimpel, Ulrike Hannemann, Andy Heller, Ruth Hommelsheim, Werner Huthmacher, Ulrike Kolb, Oliver Krebs, Jan Lemitz, Standard Euro, Nina Wiesnagrotzki
Toward the unknown
With the exhibition 12 ISSUES | TOWARD THE unKNOWN Galerie Loris, Berlin will be a guest at Galerie b2_ in Leipzig. Founded in 2007, Loris is a project of currently twelve Berlin-based artists, located on Potsdamer Strasse with an exciting programmatic focus on photography, video, and installation. Topics such as urbanity and nature, identity vs. collective social body, memory processes and knowledge storage testify to a diversity of content. Notwithstanding this heterogeneity of approaches, the artists are unified through their attempt at critically capturing and transforming tangible reality with artistic means and, beyond this, experimenting on the fringes of their respective media. Loris is a platform that allows artists to act freely, and to work on visual, yet also social/societal and political, concretions of artistic questioning.
Download PDF 2,5MB: loris_im_b2
Spezialisten leisten immer etwas besonderes
Spezialisten leisten immer etwas besonderes
Galerie Loris, Berlin | C-Print | 30x40cm | 2014
5.09.–2.10.2015
English translation | Specialists always accomplish the extraordinary
Das Expertentum ist schon lange nicht mehr auf den Bereich der Antiquitäten und der Medizin beschränkt. Mittlerweile werden überall gängige Fachkompetenzen und Gutachten als sogenannte Expertisen bezeichnet. Politische Entscheidungen werden nicht mehr ohne die vorherige Konsultation eines oder mehrerer Experten getroffen. Die Zeitungen berichten in allen denkbaren Zusammenhängen von Experten.
Wir haben dieses Phänomen des allgegenwärtigen Expertentums in unserem Leben zum Anlass genommen, uns zu fragen, wie genau Künstler eigentlich beim Umsetzen von Themen, die z.B. aus dem Bereich der Wissenschaften oder derTierwelt oder aus der Welt der Alltagsgegenstände entnommen sind, umgehen.
Das Ergebnis dieser Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dieser Fragestellung ist die kommende Ausstellung in der Galerie Loris. Die zusammengetragenen Arbeiten eröffnen einen Dialog mit einem oder mehreren ausgewählten Spezialisten, die zu einem inhaltlichen oder formalen Element Stellung nehmen. Dabei sind die Vorgehensweisen sehr unterschiedlich: die abgefragte fachliche Kompetenz regt bei einigen Arbeiten als beigestellter Kommentar zu einer assoziativen Lesart an, andere Arbeiten sind eine eigene Umsetzung des Experten-Beitrags, die darin nicht zuletzt auch eine irrwitzige Komponente tragen.
Die hier nur ausschnittweise Betrachtung dieses Phänomens könnte, ganz nebenbei, zu Überlegungen anregen, die in einer Welt des Expertentums nicht auch die Relevanz des gesunden Menschenverstands und der Lebenserfahrung als Gradmesser und Richtungsweiser betreffen.
An urban planner and a counter-insurgency expert on why gossip is a good thing.
Gruppenausstellung mit Arbeiten von Oliver Dignal, Paulina Gimpel, Ulrike Hannemann, Andy Heller, Ruth Hommelsheim, Werner Huthmacher, Ulrike Kolb, Oliver Krebs, Standard Euro, Nina Wiesnagrotzki
Specialists always accomplish the extraordinary
Expertise has long transgressed the limited fields of antiques and medical science. Meanwhile, established professional competence and opinion are generally termed expertise. Political decisions are no longer taken sans prior consultation with one or several experts. Newspapers report on experts in any conceivable context.
We took this phenomenon of ubiquitous expertise in our life for an occasion to investigate how exactly artists go about interpreting subjects derived, for instance, from the fields of sciences, the animal world, or the sphere of quotidian objects, and expert knowledge enters their works.
The result of our occupation and confrontation with that question is the upcoming exhibition/open space at Galerie Loris. The works gathered form a dialog with one or several select specialists commenting on a content-related or formal element. The approaches here are quite different in nature: The professional competence called for with some works inspires, as a complementary comment, an associative reading; other works are in themselves a permutation of the expert’s contribution and thus bear not in the least an absurd component.
The – here only fragmentary – observation of this phenomenon might in passing initiate considerations as to the relevance as yardsticks and trendsetters common sense and life experience still enjoy in a world of expertise.
An urban planner and a counter-insurgency expert on why gossip is a good thing.
DISPLAyCING THE PRESENT
DISPLAyCING THE PRESENT
Galerie Loris, Berlin | C-Print auf Aludibond | 60x94cm | 2014
25.4.–23.5.2015

English translation
Ein Text, wie Sie ihn nun vor sich haben, soll ein Interesse wecken, in eine Ausstellungeinführen, den Betrachter in eine Haltung versetzen.
Zu oft jedoch vermag er als zwingender Brückenschlag in den Ausstellungskontext bloß eine seltsame Überleitung darzustellen, eine Spur in die Ausstellung und zwischen die gezeigten Arbeiten auszulegen, der der Betrachter nur nachzukommen hat. Doch diese Spur würde zielgerichtet einen Endpunkt implizieren.
Verbleibt man beim Bild des Brückenschlages, so ist doch die Fotografie die Manifestierung eines Zwischen. Je nach Blickrichtung stemmt sie sich, schier nicht auszumachen und in ihrer Form doch so habhaft, zwischen Davor und Danach, macht Gegenwart erst abbildbar.
Roland Barthes, der hier, wie so oft, zum Tragen kommt, hat bereits die Katastrophe(1) umschrieben, die die Fotografie in diesem temporalen Dauerabklatsch – Hand auf Hand, auf Hand, auf Hand etc. – darstellt.
Denn durch eine Fotografie kann schmerzlich bewusst werden, wie sehr sie im Moment ihrer Entstehung bereits die Gegenwart verdrängt hat und damit ein Zeugnis davon ist, dass nun alle Brücken zum Geschehenen abgerissen sind bzw. einstürzen werden.
DISPLAyCING THE PRESENT unternimmt den ehrlichen Versuch, keinen Ausstellungsparcours zu beschreiben, den es in Richtung zu etwas Schlüssigem abzulaufen gilt, sondern vielmehr sich an seinen brüchigen Kanten entlang zu tasten,Bruchstücke zum nächsten Schauplatz mitzutragen, Rudimente auf ihre Passform zu überprüfen, Zusammenhängendes aufzuspüren oder auseinander zu dividieren.
(1) “What pricks me is the discovery of this equivalence. In front of the photograph of my mother as a child, I tell myself: She is going to die: I shudder… over a catastrophe which has already occurred. Whether or not the subjectis already dead, every photograph is this catastrophe.”
Roland Barthes, Camera Lucida: Reflections on Photography
DISPLAyCING THE PRESENT
A text like the one before you is supposed to arouse an interest, introduce to an exhibition, and place the viewer in a position. Too often, however, compelling bridge building into the exhibition context that it is, it is capable of no more than representing an odd passage, of laying out a track into the exhibition and between the exhibits the viewer merely has to follow. Yet, purposefully, this track would imply a terminal point.
Staying with the image of bridge building, photography is thus quite the manifestation of an in-between. According to perspective it stems itself, downright indiscernible yet in its form so very tangible, between the prior and the afterwards, making the present depictable in the first place. Roland Barthes, coming to bear here as he does so often, already outlined the catastrophe (1) represented by photography in this temporal constant replication – hand on hand, on hand, on hand etc. Since by way of a photograph the painful awareness may result of how thoroughly it, the photograph, has at the moment of its genesis already usurped the present, thus being evidence of all bridges to what took place now pulled down or going to collapse, respectively.
DISPLAyCING THE PRESENT honestly attempts to describe not some exhibition circuit to be paced off in the direction of something conclusive, but one to be traced along its brittle edges in order to carry fragments over to the next venue, to check rudiments for proper fit, to track down, or divide apart, what is connected.
“What pricks me is the discovery of this equivalence. In front of the photograph of my mother as a child, I tell myself: She is going to die: I shudder… over a catastrophe which has already occurred. Whether or not the subjectis already dead, every photograph is this catastrophe.”
Roland Barthes, Camera Lucida: Reflections on Photography
Gruppenausstellung mit Arbeiten von Sophie Aigner, Oliver Dignal, Paulina Gimpel, Standard Euro, Ulrike Hannemann, Andy Heller, Ruth Hommelsheim, Werner Huthmacher, Ulrike Kolb, Oliver Krebs, Nina Wiesnagrotzki
Colours we breathe
Colours we breathe
Galerie Loris, Berlin | C-Print | 60x40cm und 90x90cm
Entstanden zwischen 2014 – 2015
10.01. – 07.02.2015
Bilder aus dem Hinterland unseres Selbst
Die Fotografien von Oliver Krebs dokumentieren fiktive Momente in einer alltäglichen Realität, seine Schnappschüsse halten gefundene Momente fest, die dennoch sorgfältig inszeniert sind. Nicht um im Bild theatralisch überhöht oder monumentalisiert zu werden, und noch weniger um Authentizität zu behaupten.
Für den Fotografen bilden sie „ein Hinterland unseres Selbst. Gestaltung rückt in weite Ferne. Was bleibt ist eine nüchterne Direktheit.“
Die Menschen, die hier auftauchen, sind kaum erkennbar, lediglich halb anwesend. Sie halten sich fast immer an Orten des Übergangs auf, die kaum je genauer benannt werden können, anonym wirkende Transiträume. In einer Bildsprache die sich aus architektonischen Details speist, werden Passanten, Spiegelungen, Schatten, Licht, durch Sichtachsen zusammengeführt und zu einander in Beziehung gesetzt, wenn auch nur für einen Moment, im Auge des Betrachters und im Bild des Fotografen. Silhouetten hinter schmutzigen Scheiben, Schatten pflanzlichen Wildwuchses, das Spiel des Lichts auf einer geknautschten Baufolie oder auf Platten, die als Verkleidung eines Gebäudes dienen, und deren Fugen ein nicht ganz regelmässiges Raster erzeugen, sind diese Aufnahmen von beinahe provozierender Beiläufigkeit. Aber in derartigen Kombinationen lässt sich bei aller Banalität eine subjektive Wahrnehmung nachvollziehen, die an einer malerischen Auseinandersetzung mit der visuellen Umgebung geschult ist. Wie in der Sicht durch eine Gardine auf eine Rakete: unterschiedliche und gegensätzliche Ebenen bindet der Künstler in seine Bilder ein, und verbindet zufällige und konstruierte Ereignisse zu komplexen Bildkompositionen. In diesen zeichnen sich Themenfelder ab, die Entgrenzung und Subjektivität anhand dem Wechselspiel von physischen und symbolischen Grenzen im zeitgenössischen urbanen Raum thematisieren.
Andreas Schlägel
Images from the outback of our self
The photographs by Oliver Krebs document fictional moments in an everyday reality; his snapshots capture found moments which are carefully staged. This is not for them to become theatrically elevated or monumentalized, much less to claim for authenticity.
For the photographer they form a “outback of our self. Leaving design behind. What remains is some sober directness”.
The people appearing here are difficult to discern, are only halfway present. Almost always they occupy anonymous-seeming transit spaces which for the most part defy more precise definition. In a visual language informed by architectural detail, passers- by, reflections, shadows, and light are brought together by visual axes, and are set in relation to one another, if only for one moment, in the eye of the beholder, and in the image by the photographer. Exposures of silhouettes behind dirty window, of shadows cast by proliferating vegetation, of the play of light on crumpled plastic sheetingor siding panels with the gaps in between creating an ever so slightly irregular grid pattern, are of near provocative casualness.Yet within combinations of such type, and notwithstanding any utter banality about them, a subjective perception can be reconstructed which is trained by a painterly examination of the visual environment. As is the case with the view through a
drape onto a rocket: the artist incorporates different and opposing planes into his pictures and combines both arbitrary and constructed events into complex visual compositions. Therein thematic fields emerge exploring dissolution and subjectivity by way of the interplay of physical and symbolic boundaries within contemporary urban space.
Andreas Schlägel
Januar 1, 2015
Anlanden
Anlanden
Galerie Loris, Berlin | 6.9.– 4.10. 2014
C-Print auf Aludibond | ca. 60x90cm | 2013 – 2014
English translation | Going Ashore
Ausgangspunkt dort war die Definition des Begriffes „Kartografie“ von Judith Schalansky (Atlas der abgelegenen Inseln). Sie beschreibt darin die Poesie des Atlas, den Akt des Aufsuchens fremder Orte und die maßlose Sehnsucht nach der ganzen Welt. Auf das von ihr beschriebene Fernweh und Reisen antworten wir nun mit einem „Ankommen“, das sowohl den Umzug der Galerie in die Potsdamer Straße und das Erkunden des neuen Ortes beschreibt, als auch die Beschäftigung mit dem Begriff in einer abstrakteren Form. Zentrum der Ausstellung Land in Sicht war eine kollektive Wandcollage. Auch diesmal erweitert eine Gemeinschaftsarbeit die Einzelpositionen. Die KünstlerInnen haben für Anlanden eine Raumprojektion entwickelt, die eine Art Vermessung der neuen Räume bildet und somit wiederum das Anlanden am neuen Ort thematisiert. Die heterogenen Einzelpositionen der KünstlerInnen fügen sich in und mit diesem Raumkonzept zu einer Gesamtinstallation zusammen.
„Ein Territorium ist immer auf dem Weg zur Deterritorialisierung, zumindest potentiell, auf dem Weg zum Übergang zu anderen Gefügen, selbst auf die Gefahr hin, dass das andere Gefüge eine Reterritorialisierung in Gang setzt (irgend etwas, das dem Zuhause entspricht)…“
Wir wünschen uns mit Ihnen einen guten Start in unserem neuen Territorium und werden auch während der Art Week mit verlängerten Öffnungszeiten und Aktionen präsent sein.
Zitat: Deleuze/Guattari: Tausend Plateaus, S.445

Going Ashore
The starting point there was the term “cartography” as defined by Judith Schalansky (Atlas der abgelegenen Inseln [Atlas of Remote Islands]). Therein she describes the poetry of the atlas, the act of travel to foreign places, and the boundless desire for the entire world. The wanderlust and travel described by her we now respond to with an “arrival” pertaining to the gallery’s move to Potsdamer Straße and reconnoitering of the new location as well as to an investigation of the term in a more abstract way. The centerpiece of the exhibition Land in Sicht was a collective wall collage. This time around, too, a group effort expands the individual positions. For Anlanden the artists have developed a spatial projection amounting to something of a survey of the new premises, thus thematizing anew the going-ashore at a new location. Within and by way of this spatial concept the artists’ heterogeneous individual positions merge to an aggregate installation.
A territory is always bound for de-territorialization, at least potentially, bound for transition to other structures, even at the risk of the other structure initiating a re-territorialization (anything akin to home) …
We wish for a good start with you in our new territory and shall be ready as well during Art Week with extended opening hours and special activities.
Unterwegs nach dem Mehr
Unterwegs nach dem Mehr
Galerie d21 Leipzig | C-Print | 60x90cm | 2012 / 2013
23.5-15.6 2014
Wir agieren in Wunschwelten und sprechen in Euphemismen, um die Drastik täglicher Geschehnisse zu mildern. Unsere Suche ist dabei eine ständige Reise zum Schönen und Vollkommenen, aber auch zum Scheinhaften und Trügerischen. Die Durchdringung unseres Lebens mit diesem Wunsch geht soweit, dass er uns ein Bedürfnis ist. Das eigene Scheitern blenden wir oft aus oder behandeln es als Makel, den es zu verstecken gilt. Unsere permanente Suche nach dem >Mehr< scheint dabei desto stärker zu werden, je schwieriger es zu erreichen ist, weil sich Fragmentarisches, Unentschiedenes und Unvollkommenes immer häufiger in unsere Leben drängen. Die Ausstellung »Unterwegs nach dem Mehr« zeigt in zehn verschiedenen künstlerischen Positionen wie stark sich unsere Vorstellungen von Glück noch immer auf einen verheißenen Ort beziehen – lokal und metaphorisch zugleich. In unterschiedlichen Sujets greifen die Künstler ihre Beobachtungen auf, sezieren sie durch die wiederholte Aufreihung gleicher Bilder, hinterfragen unsere Suche, in dem sie Strukturen offenlegen oder dokumentieren die Dinge unseres Strebens nach dem Schönen.
Land in Sicht
Land in Sicht
Galerie Loris, Berlin | Diasec | ca. 80×110 cm | Entstanden 2008
26.4.–24.5.2014
Karten sind uns sehr vertraut. Mit unserem Smartphone tragen wir immer welche bei uns, bereit, sie jederzeit und an jedem Ort zu konsultieren. Sie helfen uns, uns zu orientieren und unsere Wege durch Städte und Landschaften zu finden. Dabei vergessen wir schnell, dass Kartografie eng verknüpft ist mit Herrschaftswissen und Macht. Nicht nur politische Karten, die Grenzverläufe markieren und Herrschaftsgebiete aufteilen, sind von machtpolitischer Bedeutung. Auch topografische Karten mit ihren feinen Linien und farbigen Markierungen, die Erhebungen und Gräben Sichtbarkeit verleihen sowie geografische Territorien visuell verorten, fungieren als Herrschafts-instrumente; sie dienen mitunter auch als Werkzeuge der Kriegsführung.
Doch wenn wir den Atlas aufschlagen und das Spiel von Farben und Formen betrachten, können wir leicht dem ästhetischen Reiz der Karten verfallen:
„Die Kartografie sollte endlich zu den poetischen Gattungen und der Atlas selbst zur schönen Literatur gezählt werden, schließlich wird er seiner ursprünglichen Bezeichnung Theatrum orbisterrarum – „Theater der Welt“ mehr als gerecht. Das Konsultieren von Karten kann zwar das Fernweh, das es verursacht, mildern, sogar das Reisen ersetzen, ist aber zugleich weit mehr als eine ästhetische Ersatzbefriedigung. Wer den Atlas aufschlägt, begnügt sich nicht mit dem Aufsuchen einzelner exotischer Orte, sondern will maßlos alles auf einmal – die ganze Welt. Die Sehnsucht wird immer groß sein, größer als die Befriedigung durch das Erreichen des Ersehnten. Ich würde den Atlas heute noch jedem Reiseführer vorziehen.“
Die Loris KünstlerInnen nehmen unter anderen die ästhetischen und politischen Parameter der Kartierung zum Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Erforschung der Kartografie. Es geht da bei um Sichtweisen auf die Welt, um deren Vermessung, um die Verortung und Sichtbarmachung topografischer Parameter sowie um Methoden der Aufzeichnung wie Kartierung, Mapping, Notation. Im Zentrum der Ausstellung Land in Sicht steht eine Gemeinschaftsarbeit, die sich als Collage an der Wand hin zu einer raumbezogenen Installation öffnet. Die Collage bildet eine assoziative Versammlung unterschiedlicher Materialien zum Thema. Sie bleibt unabgeschlossen und greift mit vielen Querverweisen in den Raum. Es werden Vernetzungen und Zusammenhänge hergestellt, die offen sind für vielfältige Betrachtungsweisen. Die Arbeitsweise zeigt, wie heterogen und kontrovers die Bezüge innerhalb der Gruppe der Loris-KünstlerInnen sind, die ihre Sicht auf die Kartografie aus fotografischer Perspektive entwickeln. Land in Sicht eröffnet Einblicke in einen diskursiven künstlerischen Prozess und verleiht aktuellen Arbeitsergebnissen Sichtbarkeit.
Land, ho!
Maps are very familiar to us. With our smart phones we always carry some about with us, ready to be consulted anytime and anywhere. They help us find orientation, our way across city and country. At the same time we forget all too often how cartography is closely intertwined with power-sustaining knowledge. Not only political maps marking borderlines and allocating dominions are of power-political significance. Topographical maps, too, with their finely drawn lines and colorful markings, lending visibility to elevations and rifts as well as locating geographical territories, serve as instruments of power; at times they also serve as tools of warfare. Yet when we open up an atlas and behold the play of colors and shapes we may easily fall for the aesthetic appeal of maps:
“Cartography should finally be numbered among the poetic genres and the atlas itself the belleslettres; after all, it is more than doing justice to its original designation Theatrum orbis terrarum – ‘Theater of the World’. Though the consultation of maps may soothe the very yen for distant places it causes, it is at the same time more than an aesthetic ersatz satisfaction. Those who open up an atlas do not make do merely with visiting individual exotic places, rather, and exorbitantly so, they demand everything at once – the entire world. That longing will always be great, grater than the satisfaction arrived at by reaching the desired. Even today I would prefer the atlas over any travel guide.”
The Loris artists take, among other things, the aesthetic and political parameters of mapping for a starting point of their artistic investigation into cartography. It is all about ways of perceiving the world, its measuring, the localization and visualisation of topographic parameters as well as methods of recording such as mapping or notation.
The centerpiece of the exhibition Land in Sicht is a collective work, a wall-hung collage opening itself towards a spatially oriented installation. The collage has an associative assemblage of different materials for its theme. It remains unfinished and, with many cross references, reaches out into the surrounding space. Cross linkages and connections open to many modes of perception are created. The work method demonstrates the markedly heterogeneous and controversial character of relations within the Loris artists’ group developing their photographic perspective oncartography. Land in Sicht opens up insights into a discursive artistic process and lends visibility to current work results.
Zitat: Judith Schalansky, aus Atlas der abgelegenen Inseln
Painted from memory
Painted from Memory
Galerie Loris, Berlin | C-Print | 30x40cm und 80x80cm
Entstanden zwischen 2009 – 2013
11.1 – 8.2 2014
Der subjektive Blick
Die Flüchtigkeit zu bannen ist eines der wesentlichen Merkmale der Fotografie. Mit seinem subjektiven Blick schaut der Fotograf Oliver Krebs auf die Frakturen die eine Welt im Wandel zeichnen. Er komponiert dabei Bilder die besonders durch ihre Beileufigkeit, dem verfliessen von bekannten Demarkationslinien gerecht werden.
Zentrum seiner Arbeiten bildet dabei nicht das Schicksal des Einzelnen, sein Augenmerk ist auf den Zwischenraum gerichtet, der umschreibt, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Hier wird die Beziehung sichtbar, in der wir untereinander und zu unserer Umgebung stehen. In gewisser Weise ist dies der suchende Blick auf ein verschwindendes Zentrum.
Dabei bewegt sich seine Fotografie in einem Spannungsfeld von Spontanität, wie wir sie aus der „Street Photography“ kennen, und einem abstrakten Blick, der auf der Suche nach malerischen Qualitäten ist. Zwischen diesen Polen zentrieren sich die Bilder, dort wo der Blick auf diesen Transformationsprozess frei wird.
Als Medium dient dabei die gesamte Palette der fotografischen Techniken, Mittelformat, Kleinbild sowie die Digitalfotografie.
The subjective view
With his subjective view, the photographer Oliver Krebs, captures the fleetingness of today’s society. His intention is to grasp hold of the evolving results from the centrifugal forces of accelerating change. His photographs focus on the facets and demarcation lines of this social transformation.
The focus of his work is not on the fate of the individual, his attention is directed further, to the “in between” space, that describes what keeps our society together. Here the relationship how we relate to each other and to our environment becomes apparent. In its way, this is the view of a vanishing center.
In doing so, his photography explores the tension between spontaneity, as we know from “Street Photography” and an abstract view, which is in search of painterly qualities. The images materialize between these poles, where the view of this transformation process becomes clear.
He uses the full range of photographic techniques; medium format, 35mm as well as digital photography.
Januar 1, 2014









































